Sonne und Wind statt Fracking oder Putins Gas PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: 1A-Johann Sandler   
Sonntag, den 13. April 2014 um 06:21 Uhr

 

Deutschland (und auch Österreich) ist von Putins Gas so abhängig wie Putin von deutschem Geld und von der deutschen Wirtschaft. Ein scharfer Sanktionskurs gegenüber Russlands Ukraine-Politik sei nicht möglich, weil uns Putin sonst den Gashahn zudreht, heißt es in Berlin. Einen Gaskrieg mit Russland können und wollen wir also nicht riskieren. Naheliegend wäre es, die Energiewende mit heimischer Sonne, heimischem Wind, heimischer Bioenergie, heimischer Wasserkraft und heimischer Erdwärme zu forcieren. Die Lösung liegt direkt vor der Haustür.

Doch stattdessen wird in Berlin zunehmend eine andere „Lösung“ diskutiert, die noch vor einem Jahr niemand so richtig wollte: Gasgewinnung durch Fracking.  Also durch Einpressen von Chemie-Wasser-Cocktails in die Erde.

 

Nicht nur CDU-Politiker wie der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Michael Fuchs und CSU-Politiker wie Peter Ramsauer favorisieren die Fracking-Option, auch Energieminister Sigmar Gabriel zeigt sich seit neuestem „interessiert“, „man muss das neu beurteilen“ wird er in der TAZ zitiert.

 

Doch die Erfahrungen in den USA und in Kanada mit Fracking sind nicht nachahmenswert. Probebohrungen, der Aufbau der Infrastruktur, sowie notwendige Verbindungen zum Gas-Netz machen deutlich, dass selbst in etwa zehn Jahren nur geringe Anteile des deutschen Gaskonsums durch Schiefergas ersetzt werden könnten. Die ganz große Begeisterungswelle für Fracking ist auch in den USA bereits abgeebbt.

 

Die nüchterne Erkenntnis: Fracking lohnt sich nicht.

 

Die ausländischen Investitionen in Schiefergas und Schieferöl sind zwischen 2011 und 2013 um mehr als 80% zurückgegangen. Große US-Fracking-Firmen sind überschuldet. Umweltschützer warnen weltweit vor den Gefahren für das Grundwasser, vor allem in dicht besiedelten Ländern wie Deutschland. Fracking ist aufwendig, teuer und nicht umweltverträglich.

 

Deshalb ist der Vorstand der Münchner Ludwig-Bölkow-Stiftung, Werner Zittel, auch davon überzeugt, dass Fracking keine wirkliche Alternative zum russischen Gas sei. Die hierzulande förderbare Menge, so Zittel, fiele kaum ins Gewicht, höchstens ein Prozent.

 

Die heimischen erneuerbaren Energieträger, die uns unendlich, umweltfreundlich und kostengünstig zur Verfügung stehen, werden zur Zeit in Berlin und Brüssel verantwortungslos unterschätzt, während die alten Energieträger immer noch grandios überschätzt werden. © Franz Alt 2014