Chinesische Elektroautos demnächst in Deutschland PDF Drucken E-Mail

17.9.2010
Kooperation von BYD und RWE bei Elektromobilität - Europäisches Pauschalangebot für Endkunden ab 2012 - Gemeinsame Versuchsflotte in Europa 2011 - Harting Stecker Typ 2 nach IEC 62196-2 Norm auf Ladestationen


Die BYD Europe B.V. mit Sitz im niederländischen Rotterdam, eine Tochtergesellschaft des chinesischen Batterie- und Autoherstellers BYD, wird in den Bereichen Elektroautos und Ladevorrichtungen ab sofort mit dem Essener Versorgungsunternehmen RWE zusammenarbeiten. Gemeinsam sollen neue Initiativen für eine CO2-freie Elektromobilität in Europa gesetzt werden.

Die Unternehmen haben sich auf Pauschalangebote für ihre europäischen Kunden verständigt, bestehend aus Elektroautos von BYD und Schnellladesäulen und Ökostrom von RWE. 2012 sollen die Markttests beginnen. Auch die BYD-Serienmodelle, der F3DM und der e6, werden dann in einigen ausgewählten europäischen Ländern vorgestellt. Davor steht 2011 ein gemeinsamer Flottenversuch in Deutschland am Programm.

Das Plug-in Hybridfahrzeug F3DM wird bereits seit März an Endkunden in China verkauft. Mit reinem Strombetrieb hat es eine Reichweite von 60-100 Kilometern. Der e6 hingegen ist ein reines Elektrofahrzeug mit einer Batteriereichweite von rund 300 Kilometern. Er beschleunigt von 0 auf 100 km/h in zehn Sekunden. Das Modell ist auch zur Schnellladung ausgelegt und hat eine maximale Ladekapazität von etwa 100 kW. Das heißt, dass ein vollständiger Ladevorgang weniger als eine Stunde dauert.

Auch bei der internationalen Normung will man gemeinsam vorgehen und die Festlegung von Normen für Wechsel- und Gleichstrom-Ladeinfrastruktur in Europa und in China vorantreiben.

Yongping Chen, Leiter der europäischen Autoabteilung bei BYD, meint: "BYD möchte seine Elektroautos nach Europa bringen und wird mit dem Absatz dieser Elektroautos 2012 in einigen ausgewählten Ländern beginnen, in denen die Regierungen klare Ziele bzw. Anreizstrategien für die Senkung von CO2-Emissionen haben und die Ladeinfrastruktur vorhanden ist (oder sein wird)." BYD wird in Berlin während der Roadshow zwei Vor-Serien-Fahrzeuge präsentieren.

"RWE ist schon heute als Anbieter intelligenter Ladeinfrastruktursysteme in 18 europäischen Ländern tätig, so etwa in Österreich, den Niederlanden und Großbritannien", erklärt Carolin Reichert, Leiterin Elektromobilität bei der RWE Effizienz GmbH, und unterstreicht damit die Bedeutung des europäischen Marktes.

"Hierbei arbeiten wir mit den internationalen RWE-Tochtergesellschaften, weiteren Marktteilnehmern und natürlich mit anderen regionalen Energieversorgern zusammen. Nach unseren Schätzungen werden bis 2015 mehr als 300.000 reine Elektroautos und Plug-in Hybridfahrzeuge auf den Straßen europäischer Städte und Ballungsgebiete zu finden sein. Unsere Zusammenarbeit mit BYD zeigt erneut unser aktives Engagement für Marktentwicklung und Kooperation mit führenden Autoherstellern."

 

Zusammenarbeit RWE und Harting: E-Mobility-Stecker Typ 2 nach IEC 62196-2 Norm

Im Rahmen der Autostrom-Roadshow stellten außerdem die RWE und die Harting Technology Group das Ergebnis ihrer neuen Zusammenarbeit vor: den E-Mobility-Stecker Typ 2 nach IEC 62196-2 Norm. Carolin Reichert, Leiterin E-Mobility bei RWE, zur Zusammenarbeit mit Harting: "Wir gehen davon aus, dass sich der E-Mobility-Stecker Typ 2 Mitte 2011 als internationaler Standard durchsetzen wird. Dann wird sich der Ausbau von Ladeinfrastruktur deutlich beschleunigen. Um hier Lieferengpässe zu vermeiden, haben wir mit der Harting Gruppe diese Steckverbindung auf Basis des Defacto-Standards neu entwickelt. Unsere Ladeinfrastruktursysteme rüsten wir ab sofort auch mit Harting-Produkten aus."

In Deutschland setzt RWE den weiteren Bau öffentlicher Stromladestationen zügig fort: bereits 450 Ladepunkte wurden in Deutschland in Betrieb genommen, die Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energien beziehen.

Die Faszination des Fahrens mit Elektrizität ist das Leitthema der RWE Autostrom Roadshow, die zum zweiten Mal im Berliner Sony Center stattfindet und noch bis zum 22. September 2010 dauert. Interessierte Besucher können Elektroautos Probe fahren, die i Ladesäule testen und sich mit einer Fülle neuer Eindrücke "aufladen". Die nächste Station der Roadshow 2010 ist München während der ecartec.

Quelle: oekonews/holler
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