Zivilisation Drucken

Stellen Sie sich vor ein Mensch würde über sich folgende Aussagen treffen:

„Für mich gibt es keine Zukunft”, „ Ich bin von einer Droge abhängig”, „ Ich weiß, dass ich daran sterben werde, doch bis dahin macht diese Droge mir das Leben angenehm”, „ Ich kann den Entzug nicht überleben”, „Wenn ich ehrlich bin, ich würde jeden umbringen, um meine Versorgung mit der Droge zu sichern”

Je nach Ihrer Einstellung würden Sie diese Person als elenden Giftler oder als bedauernswerten Drogenabhängigen bezeichnen. Doch wir sprechen hier nicht über einen einzelnen Menschen, sondern über eine Zivilisation. Noch schlimmer! Wir sprechen hier über unsere Zivilisation und die Droge heißt Öl!

Kosmische Eintagsfliegen

Eine richtige Zivilisation ist in der Lage, in Zeitmaßstäben zu denken, die heute nur in der Geologie und bei der Erforschung der Evolution üblich sind. Eine richtige Zivilisation hält sich nicht für eine kosmische Eintagsfliege. Eine Zivilisation, die sich für eine kosmische Eintagsfliege hält, hat sich im Grund genommen schon selbst aufgegeben und ihren baldigen Untergang fix eingeplant.

‘‘No Future''

Ab dem Tag, an dem ein Kind seine Muttersprache erlernt, bekommt es schlechte Nachrichten über seine Zukunft zu hören. Es sieht und hört in unzähligen Berichten der Massenmedien, welche Folgen unser heutiges Fehlverhalten haben wird, und beobachtet die Ignoranz und Tatenlosigkeit der Erwachsenen. Aus diesem Mangel an lebenswerter Zukunft wird „No Future” und unsere Gesellschaft hat heute dem nichts entgegen zu setzen. Hier die Eindrücke, welche unsere Kinder von unseren Handlungen bekommen: Atomreaktoren? Die Kosten zum Abreißen dürft einmal ihr bezahlen!

CO2

Problematik? Da erspart ihr euch den teuren Skiurlaub und die Winterreifen! Ozonloch? Dafür bekommt ihr neue Sonnenbrillen und bessere Sonnenschutzmittel!

Und während Vaters Auto nach dem Kaltstart noch mühsam eine kWh mechanische Energie für 3.- € erzeugt, wird die Frage nach der heute schon viel billigeren Sonnenenergie als unwirtschaftlich abgeschmettert. Und während ein Kettenraucher bis zu 150.000.- € für seinen Selbstmord auf Raten ausgibt, kann sich niemand den Ausstieg aus unserer selbstmörderischen Energietechnik finanziell vorstellen.

Wen wundert es da, wenn Jugendliche mit „No Future” Buttons herumhängen und nicht bereit sind, Teil unserer Gesellschaft zu sein? Wo gibt es heute ein Zukunftsbild, für das es sich zu kämpfen lohnt? „No Future” − dies ist nicht eine Geistesstörung bei ein paar Jugendlichen, sondern das Spiegelbild unserer Gesellschaft.


Folgekosten

Wieviel kostet eine Generation, die den Glauben an die Zukunft verloren hat? Solange nicht massive Zeichen gesetzt werden, die unmißverständlich den Abmarsch in das Sonnenenergiezeitalter klar machen, nehmen wir der Jugend die Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft.

Was kostet es, wenn ein Teil der ziellosen Jugend mit der gleichen Zufälligkeit in der links− oder rechtsradikalen Szene landet, wie man eine Münze wirft, die dann auf der einen oder anderen Seite landet? Ich weiß wovon ich spreche! In stundenlangen Diskussionen mit Autostoppern offenbart sich das ganze Ausmaß der Ziellosigkeit und der Zufälligkeit, bei den einen oder anderen Extremisten gelandet zu sein.

Es ist ein erbärmliches Armutszeugnis unserer Gesellschaft diesen Jugendlichen kein besseres Spiel zu bieten, als den Extremismus als das einzig spielenswerte Spiel zu betrachten.

Was kostet es, wenn Umweltschützer in ihrer Verzweiflung alles verhindern wollen? Da unsere Zivilisation keinen erkennbaren Plan zum Überleben hat, versuchen sie einfach alles zu stoppen.


Solange der Stoff vorhanden ist, fühlt sich der Abhängige mächtig und stark. Er lebt in einer Scheinwelt, glaubt seine Probleme sind gelöst und merkt nichts von seinem eigenen körperlichen Verfall.

Doch wenn der Stoff verbraucht ist, gibt es sehr schmerzliche Entzugserscheinungen. Der Katzenjammer folgt, und der Abhängige merkt, dass er nichts erreicht hat, außer, all sein Geld in den Stoff zu investieren.

Verbrecher wider Willen

Stellen Sie sich vor, Sie sind Pendler. Jeden Tag müssen Sie mit dem Auto länger als eine halbe Stunde zur Arbeit fahren. Im Fernsehen läuft gerade "Letzte Ausfahrt Rio". Dies ist eine Dokumentation, in der die Autofahrer verteufelt werden und wo die Bewohner der Industriestaaten als die Ausbeuter der dritten Welt beschuldigt werden. Doch was sollen Sie machen? Sie können nicht einfach kündigen. Sie und Ihre Familie würden verhungern und in dem praktisch nicht isolierten Haus erfrieren. Sie wissen, dass Sie auch morgen zu Ihrer Arbeit fahren werden. Sie haben keine andere Wahl.

Sie sind in derselben ausweglosen Situation, wie ein Straßenkind der dritten Welt, welches stehlen muss, um zu überleben, obwohl es gehört hat, dass man dies nicht stehlen soll. Wo ist der Unterschied? Der eine stiehlt seinen Nachkommen den Lebensraum, der andere stiehlt einem Touristen die Kamera.

Beide wissen, dass ihr Handeln nicht gut ist, doch beide leben in einer Gesellschaft, die ihnen keinen andere Wahl lässt. Der Sachzwang zu Handlungen gegen die eigene Überzeugung zersetzt die Gesellschaft. Recht und Unrecht wird in einem noch nie gekannten Ausmaß relativiert. Was kostet dieser Verfall? Vor allem aber, wie viel Mal höher sind diese Kosten als der Umstieg auf dauerhafte Energiequellen?

“Yes Future“

Roland Mösl hat in seinem Buch „“Aufstieg zum Solarzeitalter“ das von PEGE veröffentlicht wurde, bereits 1993 über Tankspuren, bewohnte Sonnenkraftwerke, weltweiten Frieden und Freiheit für alle geschrieben. Es ist ein Konzept für die Zukunft. Nicht irgendeine Zukunft, sondern eine, die schöner ist als die Gegenwart. Damit lässt sich aus einem verzweifelten „No Future” ein optimistisches „Yes Future” machen.

In der vorgestellten Zukunft gibt es eine große Gewissheit darüber, dass unsere Zivilisation dauerhaft bestehen kann. Ein Film über die heutige „No Future” Einstellung wird in dieser Zukunft genau so wenig verstanden werden, wie ein Film über einen Haufen Flagellanten im Mittelalter.

Roland Mösl und Johann Sandler